Zum OAZ-Beitrag „Liebschütz: Viele Ideen für Berggipfel“ vom 28. Mai: Es sind jene Momente des Erlebens, die sich in glückserfüllte Augenblicke wandeln, wenn man diesen Berg für sich entdeckt hat. Ein Höhenzug, der sich durch seine unverfälschte Ursprünglichkeit trägt. Hier darf und soll Natur spürbar geatmet werden. Denn genau darin liegt seine Attraktivität. Ein Anziehungspunkt für jene, die gern Momente des Seins fühlen und mit der Natur im Einklang sein wollen. Wo findet man heute noch diese Ursprünglichkeit und bedarf es immer einer Veränderung? Einmal wissen, etwas bleibt! Wäre das nicht ein erstrebenswertes Ansinnen in dieser so schnelllebigen und veränderlichen Zeit?

Die Überbleibsel eines Kunstwerks, welches sich als vor sich hin rostende zerlegte Propangasflasche darstellt, ist in seiner Form dahingehend in Frage zu stellen, das das sinnentfremdende Geklapper diese einzigartige Stille zerfrisst beziehungsweise ganz zerstört. Wünschenswert ist die Aufstellung einer weiteren Bank mit Blickrichtung Wetterstation und gegebenenfalls eine zusätzliche Sitzecke, als Ruhepunkt zum Verweilen. Weitergedacht für eine schonende Belebung dieses Ortes könnten auch Veranstaltungen wie Lesungen oder Fotoausstellungen vorstellbar sein. Natürlich unter dem Aspekt, dies nicht im Übermaß anzubieten.

Zum Schluss mein Herzenswunsch und diesen spreche ich sicherlich auch im Namen vieler anderer aus. Dieser Berg sollte sein unverwechselbares, ursprüngliches Gesicht nicht verlieren. Die besondere Stille ist sein Geheimnis, welches den Reiz auf uns Menschen ausübt. Möge diese Klangfarbe nie verstummen.

Carmen Kais, Lonnewitz
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 08.06.2016