Axel Kaminski hofft auf Balance zwischen Naturerlebnis und Ideen für attraktiven Liebschützberg

Am Pfingstmontag wurde die Pilgerhütte auf dem Liebschützberg offiziell eingeweiht. Etwas später wurde der Wegweiser mit eingebautem wetterfesten Fach für das Pilgerbuch und den Stempel fertig. Das mag angesichts der großen Vergangenheit des Berges wenig erscheinen. Ist aber ein beeindruckendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement.

Viele Jahre lang war der Berg ein Symbol. Die Anwohner lehnten sich ideenreich gegen Bestrebungen auf, das Areal für den Bergbau zu nutzen. Wäre das tatsächlich passiert, hätte sich das Gesicht der Landschaft grundlegend verändert. Osterfeuer auf dem Berg, Gottesdienste zu Himmelfahrt hatten fast schon Volksfestcharakter. Kunstwerke wurden auf dem Gipfel installiert, Schulanfänge gefeiert. Erfreulicherweise stand eines Tages die Frage, wie man damit umgeht, dass der Berg nicht mehr bedroht ist.

Die meisten Kunstwerke mussten abgebaut werden, weil Wind und Wetter ihnen erheblich zugesetzt hatten. Ich war im Jahr 2016 bei der Ratssitzung der Gemeinde Liebschützberg dabei, in der Thomas Barth die Frage nach der Zukunft stellte und anregte, Ideen zu sammeln. Ich hätte nicht geglaubt, dass schon zu Pfingsten 2017 erste Ergebnisse sichtbar sein würden. Da sich die Interessengemeinschaft aber nicht darauf versteifte, Fördermittel zu bekommen und sich keine Extra-Position im Haushaltsplan der Gemeinde erhoffte, kam sie aus eigener Kraft, mit Geld- und Materialspenden sowie nicht-finanzieller Unterstützung der Kommune schnell ans (Zwischen-) Ziel.

Der Liebschützberg ist kein touristischer Hotspot und wird es wohl auch nicht werden. Allein bleibt man hier oben allerdings nicht lange. Das hat Bernd Hennig beim Mauern des Sockels für den Pilgerwegweiser festgestellt. Tatsächlich ist der Liebschützberg eine Landmarke für die Pilger, die seit dem Sommer die Windmühle zur Erinnerung in ihr Pilgerbuch  stempeln können. Sie dürften froh sein, dass man hier nun auch Schutz findet, wenn einen das Wetter überrascht – genauso werden das alle anderen Ausflügler, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sehen. Und vielleicht findet sich noch die eine oder andere Idee, die in diesen Rahmen passt, den Berg attraktiver macht, ihn aber nicht zur „Location“ ummodeln will.

Bildunterschrift: Bernd Hennig hat auf dem Berg einen Wegweiser für Pilger gebaut.

 

Text und Foto: Axel Kaminski

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 29.12.2017