IG sammelte vor Ort Ideen für Neugestaltung

Anfang Juni gründete sich die Interessengemeinschaft (IG) Liebschützberg. Die Gruppe, die sich auf Initiative von Thomas Barth fand, traf sich in diesem Monat vor Ort, um die bisher gesammelten Vorschläge in das bestehende Umfeld einzuordnen und weitere Ideen zu sammeln.

„Der Treff auf dem Berg war sehr hilfreich“, betonte Thomas Barth gegenüber der Oschatzer Allgemeinen. Vor Ort seien die Ideen nur so gesprudelt. Einige Gedanken seien schon ziemlich konkret geworden. Für einen Wegweiser mit Stempelstelle habe Bernd Hennig bereits einen Entwurf zu Papier gebracht. Dieser Wegweiser könnte am Pilgerweg aufgestellt werden, auf dem Rastplatz am Berg verweisen und Entfernungen nach Dahlen und Lampertwalde anzeigen. Zum Stempel könne man einen Wettbewerb ausrichten, dessen Ergebnisse zu Pfingsten vorgestellt werden.

Konkreter beschäftigten sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft bei ihrem Treffen auf dem Berg mit einem möglichen Standort für eine Wetterschutzhütte. „Sie sollte auf der Westseite des Grillplatzes stehen und nicht zu weit in dieses Areal hineinragen“, schildert Thomas Barth die Überlegungen. Außerdem solle sie nicht zu klein geraten, um Tisch und Sitzbänke aufnehmen zu können. Für ein robustes, wetterfestes Kinderkarussell erachte man in der IG hingegen den Platz neben dem Glockenturm – mit Blick nach Süden – als sinnvoll. Die Fläche zwischen diesem Turm und der Mühle solle freigehalten werden.

Zu den Erkenntnissen der Begehung, an der auch der Liebschützberger Bürgermeister David Schmidt (parteilos) teilnahm, der sich in der IG engagiert, gehört, dass Zaun und Tor am Mühlenareal repariert werden und die Infotafeln auf der Nordseite freigeschnitten werden müssten. Eine Freiluft-Fotoausstellung auf dem Berg hält Thomas Barth für realisierbar, aber aufwändig.

„Wir wollen zunächst die Dinge in Angriff nehmen, die nicht zu kompliziert umzusetzen sind“, betonte der Fotograf. Dazu gehört, vorhandene Sitzgruppen, bei denen das erforderlich ist, auszubessern sowie an der Südseite weitere Bänke aufzustellen. „Wir bleiben dran, brechen aber nichts übers Knie“, schildert Thomas Barth die Herangehensweise. Vielleicht gibt es noch in diesem Jahr eine weitere Veranstaltung auf dem markanten Höhenzug, dessen Erscheinungsbild mit einem hohen Maß an Engagement der Bürger erhalten wurde. Neben der Kaffeetafel zu Pfingsten sollte es nach Meinung der Mitstreiter in der IG auch eine Art Saisonabschluss geben. „Das ist nur an einem Öffnungstag der Mühle sinnvoll – wenn wir genug Leute finden, die das aktiv vorbereiten“, betont der Fotograf. Darüber könne man beim nächsten Treff der IG am 17. August, 19 Uhr im Sportlerheim Klötitz sprechen.

Text: Axel Kaminski
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 28.07.2016

Kommentar: Liebschützberg mit Bedacht gestalten

Manchmal ist es gut, dass Kommunen, Vereine oder Interessengemeinschaften keine dicken Bankkonten haben. Das verhindert zwar oft notwendige, aber auch manch überflüssige Investitionen. Die IG Liebschützberg hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Anziehungskraft des Gipfels, der einst mit Spielgeräten und Kunstwerken, die inzwischen zum größten Teil verwittert und verschlissen sind, wieder herzustellen. Auch die Mitstreiter, die sich um Thomas Barth geschart haben, können nicht aus den Vollen schöpfen – von Ideen einmal abgesehen. Deshalb hat sich die IG erst einmal Ziele gesetzt, die einen überschaubaren personellen und materiellen Aufwand erfordern. Das hat den Vorteil, dass möglicherweise bald Ergebnisse der Arbeit der IG zu erkennen sind. Andererseits müssen Kritiker, die den Berg als Ort der Einkehr und der Ruhe sehen – wie Thomas Barth auch – nicht befürchten, dass sich der Gipfel von heute auf morgen verändert. In der IG setzt man„nicht aufwändig“ allerdings nicht mit billig gleich. Lösungen, die nach wenigen Jahren eine weitere IG zur Neugestaltung erfordern, hatten wir schließlich schon...

Text: Axel Kaminski
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 28.07.2016

Neue Interessengemeinschaft tagt zum ersten Mal

Wie geht es auf dem Liebschützberg nach dem Ende der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Höhenzug Liebschützberg“ weiter? Dazu hatte Thomas Barth aus Treptitz um Ideen gebeten – und etliche Vorschläge bekommen. Am Mittwochabend hatte er zur Gründung einer Interessengemeinschaft eingeladen, die Ideen sammelte und diskutierte.

Mit 15 Männern und Frauen, darunter Vertreter der aufgelösten BI und David Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg, kam Barth darüber ins Gespräch, was möglich ist und was nicht. Von einem Aussichtsturm oder gar einem Observatorium auf dem Berg, wie von einzelnen gefordert, nahm man sogleich Abstand. Auch eine Pilgerherberge sei aus baurechtlichen Gründe nicht möglich, so David Schmidt. Jedoch solle der Aspekt Pilgerweg mehr Beachtung geschenkt werden. Eine Stempelstelle, ein Pilgerbuch und Hinweise zur nächsten Herberge könnten sich umsetzen lassen. Von einer Wetterschutzhütte würden zudem nicht nur Pilger profitieren.

Zu viele Veranstaltungen schaden der Ruhe auf dem Höhenzug. Darin war man sich ebenso einig wie über den Wunsch, die jüngere Generation stärker für den Berg zu begeistern. Kindertagesstätten und Schulen könnten Mal- und Foto- Wettbewerbe veranstalten, deren Ergebnisse dann unter freiem Himmel auf dem Gelände ausgestellt werden. Hier wurden zwei Ideen von Marita Gäbler und Thomas Barth zusammengeführt.

Konkrete Impulse für Kunst, entworfen von Schülern, brachte Christine Eulenberger ein. Die Lehrerin des Thomas-Mann-Gymnasiums Oschatz stellte Modelle vor, die sich mit der Kulturroute Via Regia beschäftigen. Für Bauten auf dem Berg, sei es Kunst oder zweckmäßige Spielgeräte für Kinder, bedarf es der TÜV-Genehmigung. Trotz dieses kleinen Dämpfers wollen die Initiatoren an ihren Ideen festhalten. Wichtig ist dafür auch noch die Frage der Eigentumsverhältnisse und Finanzierung.

Nächste Zusammenkunft der IG. Mittwoch, 6. Juli, 19.30 Uhr auf dem Liebschützberg

Text: Christian Kunze
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10.06.2016

Kommentar: Auf Liebschützberg Ruhe bewahren

Der Liebschützberg ist bei den Einwohnern der Collm-Region eine feste Größe. Erst machten sich Einwohner der Region stark gegen den Gesteinsabbau, jetzt soll der Höhenzug stärker in das Bewusstsein der Bewohner gerückt werden. Das Thema brennt vielen Menschen unter den Nägeln, dies beweisen nicht zuletzt auch Leserzuschriften zu diesem Thema. Nun lässt sich das Projekt Liebschützberg und seine Nutzung auch gut vom Schreibtisch aus besprechen. Wer jedoch einmal die Höhenluft auf dem Berg geschnuppert und den 360-Grad-Panorama-Ausblick genossen hat, der spürt den echten Geist des Berges. Diesen Geist will die Interessengruppe Liebschützberg erlebbar machen. Und da können in der Findungsphase auch leicht die Meinungen auseinander gehen. Während die einen die ruhige Höhenzugatmosphäre bewahren wollen, wollen andere auf Erlebnistourismus setzen. Was wirklich dann auf dem Liebschützberg entsteht, das steht in den Sternen. Und manchmal ist weniger mehr – eine ruhige Stunde unter den Liebschützberger Abendhimmel ist eindrucksvoller als eine turbulente Promenade an der Ostsee.

Text: Hagen Rösner
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10.06.2016