Bisher hat Fotograf Thomas Barth seine Ideen, das Areal um die Windmühle auf dem Liebschützberg neu zu gestalten, in verschiedenen Gremien dargelegt. Nun gründet er eine Interessengemeinschaft, die sich des Themas annimmt. Deren erste Sitzung findet am Mittwoch, dem 8. Juni, 19.30 Uhr bei Thomas Barth (Treptitz, Neuer Weg 4) statt. Er bittet um vorherige Anmeldung unter 034363 169006.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 31.05.2016

Thomas Barth will Interessengemeinschaft

Nachdem Thomas Barth im vergangenen Monat seine Idee, den Gipfel des Liebschützberges neu zu gestalten, im Gemeinderat kurz angerissen hatte, bekam er jetzt die Gelegenheit, seine Vorstellungen etwas ausführlicher zu erläutern. Seither gab es mit Himmelfahrt und dem Mühlentag am Pfingstmontag zwei Anlässe, die scharenweise Besucher auf den Berg geführt haben.

Den Pfingstmontag hatte Thomas Barth auch dazu genutzt, bei einem Picknick auf dem Berg mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und sich deren Ideen anzuhören. Barth möchte unter anderem neue Kunstwerke auf dem Gipfel aufbauen. „Wir sollten dabei aber nicht unbedingt das anschauen, was schon einmal da war“, betonte der Treptitzer. Er zeigte den Gemeinderäten und Besuchern Fotos von Rast- und Spielplätzen, die er auf seinen Pilgerreisen gesehen hat. Hier ließe sich manches abgucken. Dabei war auch ein Pferd zu sehen – deutlich niedriger als das blaue Holzexemplar, das einst auf dem Liebschützberg stand, aber auch praktischer. Er könne sich auch vorstellen, das von Klaus Karl verfasste Gedicht über diesen Höhenzug in eine Holztafel geschnitzt dort aufzustellen.

Zu den Ideen, über die man sich am Pfingstmontag ausgetauscht habe, gehöre, dort regelmäßig so eine Kaffeetafel auszurichten. Gewünscht sei offensichtlich auch eine Schaukel für Kinder. Während Thomas Barth vor allem einen Wetterschutz für Pilger und andere Besucher des Höhenzuges ins Auge fasse, gingen die Vorstellung anderer Interessierter weiter. Ob eine einfache Herberge für Pilger finanzierbar und baurechtlich möglich sei, müsse man jedoch prüfen.

Der Fotograf machte den Gemeinderäten aber auch deutlich, dass er nicht abwarten wolle. Er will bis Ende des Jahres klären, welche Projekte man mit welchen Künstlern und anderen Partnern umsetzen werde. Zur Realisierung setze er auf Sachspenden von Firmen, Geldspenden und Benefizaktionen. Vielleicht seien auch das Beschaffen von Geld übers Internet (Crowdfounding) und das Erarbeiten eines Leader-Projektes gangbare Wege.

Rainer Schwurack betonte, dass er eine Schutzhütte auf dem Berg für Pilger als wichtig erachte. Er regte außerdem an, dort Tafel aufzustellen, auf denen die wichtigsten Orientierungspunkte, die vom Berg aus zu sehen sind, benannt werden. In der Diskussion wurden dann vor allem Fragen aufgeworfen. Wie viel Platz habe man eigentlich zur Gestaltung, wenn man den Platz für ein Festzelt frei halte? Wie viel Spielraum lasse die landwirtschaftliche Nutzung den künstlerischen Ambitionen? Bürgermeister David Schmidt (parteilos) betonte, dass man neben den Investitionen die Nachfolgekosten im Auge behalten müsse. Da seien klare Absprachen zu den Verantwortlichkeiten nötig.

Thomas Barth geht jetzt jedenfalls den nächsten Schritt auf dem Weg von der Idee zur Tat. Er lädt zur Gründungssitzung der Interessengemeinschaft (IG) Liebschützberg am 8. Juni ein. Sie findet 19.30 Uhr in seinen Geschäftsräumen in Treptitz, Neuer Weg 4, statt. Wegen begrenzter Platzkapazität bittet er um Anmeldung, Tel. 034363 169006. Bei großem Zulauf werde die Sitzung in einen Raum verlegt, der noch bekannt gegeben werde.

Text: Axel Kaminski
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 28.05.2016

Kommentar: Liebschützberg hat Potenzial

Er steht zu Unrecht im Schatten des Collm: Der Liebschützberg ist mehr als ein Höhenzug, auf dem eine sanierte Bockwindmühle steht. Er ist Pilgerweg, Rückzugsort, Treffpunkt, Veranstaltungsmagnet und identitätsstiftend für eine ganze Gemeinde. Nicht zuletzt geht von der Landmarke auch Symbolwirkung aus –  der Protest gegen den Gesteinsabbau war erfolgreich und ist Vorbild für andere Bürgerbewegungen im ländlichen Raum. All dem möchte Thomas Barth aus der Nachbargemeinde Cavertitz jetzt noch etwas hinzufügen. Die kulturelle Belebung, die künstlerische Aufwertung und damit die touristische Attraktivität des Liebschützbergs können durch seine Bemühungen gelingen und gesteigert werden. Sein Aufruf wird gehört, seine Initiative trägt Früchte. Entscheidend ist dabei, dass er sich auf Vorschläge aus der Region stützen kann. Es gibt sie, die Menschen, denen der Berg am Herzen liegt, die Ideen haben, die sie umsetzen wollen und die auch realistisch sind. Egal ob sie aus Laas, Liebschütz, Oschatz, Wermsdorf oder Mügeln kommen – selbst jene, die auf dem Höhenzug nur Durchreisende sind, erkennen das Potenzial des Liebschützberges.

Text: Christian Kunze
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 28.05.2016